Mit Black Friday Schnäppchen Geld sparen? Unsere Tipps

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Viele freuen sich auf Black Friday Schnäppchen um Geld zu sparen und suchen entsprechende Tipps. Doch kannst du an Black Friday Schnäppchen machen und wirklich sparen? Ob Singles Day, Black Friday oder Cyber Monday: wir geben dir unsere Tipps zum Sparen beim Einkauf, egal on im Web oder offline.

Seit einigen Jahren findet am Freitag nach dem US-amerikanischen Thanksgiving-Feiertag der Black Friday statt. Dieses Jahr findet Black Friday am 25. November 2022 statt, gefolgt vom Cyber Monday. Händler und Shops versuchen dann, dir mit attraktiven Deals das Geld aus der Tasche zu ziehen und dich zum Pre-Christmas Shopping zu verführen. Viele Händler dehnen dazu Black Friday auf eine Black Week oder sogar einen Black Month aus.

Lohnen sich die Black Friday Schnäppchen zum Geld sparen?


Nicht wirklich. Expert:innen einer Preissuchmaschine haben dazu eine Analyse der Preise von rund 10.000 Produkten gemacht. Ihre Erkenntnis ist ernüchtern. Zwar sind 62 Prozent der Produkte am Black Friday günstiger als im Vormonat. Aber die durchschnittliche Ersparnis liegt bei nur fünf Prozent! Diese Preisabschläge liegen auch bei anderen Sonderangeboten drin. Andere Untersuchungen gehen in die gleiche Richtung.

Trotzdem versprechen viele Händler 50 Prozent Rabatt auf den „Originalpreis“. Dabei beziehen sie sich auf die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers, die sehr hoch angesetzt. Durch einen übertrieben hohen Preis wirkt der Black-Friday-Rabatt also deutlich größer als er wirklich ist. Mach deshalb vor jedem Kauf einen Preisvergleich bei einem anderen Anbieter, z.B. mit einer Preis-Suchmaschine.

Qualität kaufen statt Masse


Beim Online-Shopping lassen sich viele Menschen von günstigen Angeboten zum Kauf neuer Kleidung verleiten. Doch oft hilft schon ein Blick auf die tatsächlichen Kosten der Nutzung. Denn bei vielen dürfte die Realität im Kleiderschrank so aussehen: viele billige Kleidungsstücke wurden wenig getragen und sind damit vergleichsweise teuer. Kein Wunder, denn schon unsere Grosseltern wussten „Wer billig kauft, kauft zweimal.“ Oder wie die Engländer sagen: «buy nice, buy twice» bezahlen.

Eine Studie von Greenpeace zeigt, dass eine Mehrheit der Kunden einkaufen geht, um sich besser zu fühlen. Sie wollen mit neuer Kleidung Selbstvertrauen und Anerkennung gewinnen oder durch Shopping Langeweile vertreiben oder Stress abbauen. Immerhin 33% der Befragten in Deutschland berichten über ein Hochgefühl nach dem Einkauf. Doch dies hält nur kurz an: etwa 60 Prozent fühlen sich nach dem Einkaufen ausgelaugt. Frag dich deshalb beim Einkaufen, ob du die Kleidung auch nächste Saison noch tragen wirst und wie lange das Teil wohl halten wird. Macht die Qualität einen guten Eindruck?

Wir meinen: wenn du qualitätsbewusst einkaufst, holst du dir langlebige Produkte ins Haus, nicht nur bei Kleidung. Das ist nicht nur günstiger, sondern auch nachhaltiger. Denn du musst nicht laufend alles neu beschaffen.

Bedarf und Wunsch unterscheiden: «Günstiger kaufen» ist nicht sparen


Wir kaufen immer mehr Sachen, obwohl wir sie nicht benötigen. Es ist ein Unterschied ob du etwas brauchst um deine Grundbedürfnisse zu befriedigen, oder dir etwas wünschst um dich oder dein Umfeld zu befriedigen. Du kannst dir also noch lange schönreden, dass du die neue Jeans zum Super-Sonderpreis bekommen hast. Aber hast du sie wirklich gebraucht? Wärst du sonst unbekleidet? 😊 Im Schrank hast du sicher schon einen Stapel Jeans liegen. Wie viele kannst du anziehen?

Aber warum kaufen wir immer mehr? Der renommierten Neurowissenschaftler und Konsumforscher Hans-Georg Häusel hat herausgefunden, dass unser Gehirn ständig auf der Suche nach Belohnungen ist. Das führt zu Dopamin-Ausschüttungen. Das Hirn fragt nicht, ob wir etwas brauchen, sondern ob es uns Belohnung schenkt. Wir fühlen uns gut. Und wir begehren neue Kleidung, Kosmetika oder andere Luxusgüter, um uns zu schmücken, attraktiv zu erscheinen, um begehrt zu werden. Viele wählen Produkte oder Erlebnisse inzwischen danach aus, ob sie sich für die Selbstdarstellung eignen. Im Ausgang oder auf dem eigenen Social Media Profil. Konsum dient zur Selbstinszenierung.

Wir meinen: Drum prüfe wer sich ewig bindet. Bevor du kaufst, überleg dir gut vorher, was du wirklich brauchst. Etwas zu kaufen, nur weil es ein Black Friday Schnäppchen ist und du Geld sparen kannst, macht keinen Sinn. Du hast auch KEIN Geld gespart – sondern Geld KONSUMIERT. Und wenn du auf Überflüssiges verzichtest, sind Aufräumen, Verreisen und Umziehen auch deutlich einfacher.

Nur kaufen was deine persönliche Spassquote zulässt

Studien aus Deutschland zeigen, dass Konsum-Kredite unter 1.000 Euro besonders stark zunehmen. Ihr Anteil an allen neu abgeschlossenen Verträgen legte von 19.9 Prozent 2020 auf 29.5 Prozent zu. Vor allem in jüngeren, internetaffinen Zielgruppen ist der Anteil von niedrigen Kreditsummen hoch. Dies lässt sich auf sogenannte Buy-Now-Pay-Later-Angebote (BPNL) zurückführen. Untersuchungen zufolge werden damit 20% der Online-Käufe abgewickelt und 70% der Nutzer entfallen auf die 18-34 Jährigen. BPNL erlaubt ihnen Käufe zu tätigen, ohne diese direkt bezahlen zu müssen. Dabei gibt es verschiedene Modelle, die Kauf auf Rechnung oder Ratenzahlung ähneln. BPNL ist also nichts anderes als Kauf auf Pump mittels Online-Bezahldiensten wie Klarna, Afterpay/Clearpay oder Paypal. Dabei zahlst du effektive Jahreszinsen von bis zu 15%.

Wir meinen: auch für Black Friday Schnäppchen gilt Geld sparen und Limiten setzen. Nämlich die persönliche Spassquote aus deinem Haushaltsbudget. Dein Konto gibt dir den Rahmen vor, wie viel du für individuellen Konsum ausgeben darfst. Und das gilt auch bei Special Deals. Geld, das ich nicht habe, kann ich nicht ausgeben und dafür braucht’s darum auch keinen BPNL-Kredit.

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Spontankäufe vermeiden – schlaf drüber

Neurowissenschaftler haben herausgefunden, dass Rabatte und Sonderpreise das Belohnungszentrum des Gehirns aktivieren. Sie konnten zeigen, dass allein der Anblick von Prozentzeichen auf einem Preisschild das Belohnungszentrum aktiviert. Falls du also am Black Friday shoppen gehst, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass du noch etwas Ungeplantes dazu kaufst.

Denn zeitlich befristeten Preise aktivieren deinen Jaginstinkt. Sie verführen zu Spontankäufen, die schnell das bloße Wollen im Gehirn befriedigen. Sie tragen aber später dazu bei, dass sich zuhause immer mehr Kram ansammelt und eher nach materiellem Ballast anfühlt als nach Freude.

Wir meinen, dass du dies mit einfachen Tricks im Griff halten kannst. Erstens, erstelle dir für Black Friday eine Einkaufliste. Kauf nur das, was auf der liste stehe, sonst landet schnell ein Spontankauf im Warenkorb.

Zweitens, frage dich ob du das Produkt auch längerfristig benötigst. Vielleicht kannst du es auch ausleihen oder mieten statt zu kaufen?

Drittens, suche Distanz. Steh vom Rechner auf, geh raus und dreh eine Runde um den Block. Überlege dir, ob du wirklich kaufen möchtest und warum? Ist es nur der Preis? Brauchst oder benötigst du das Produkt? Oder schlafe noch besser eine Nacht über deine Entscheidung und prüfe, ob du etwas immer noch «brauchst». Nichts ist heute knapp, alles gibt’s auch noch morgen zu kaufen.

Und viertens, unser letzter Tipp: wenn du physisch einkaufen gehst, bezahle mit Bargeld statt Kreditkarte. Dann erlebst du «the pain of payment». Dies ist ein Konzept aus der Verhaltensökonomie, das auch aus der Gehirnforschung fundiert ist. Unsere Bereitschaft einen Kauf zu tätigen ist umso geringer, je mehr der Kauf mit Schmerz verbunden wird. Mit Bargeld zahlen ist viel schmerzvoller als mit Karte. Darum gewöhn dir an in Cash zu zahlen.

Bewusster Konsum als Trendsetter statt Follower: setze deine eigenen Akzente

Mit schnellen Modellwechsel und Konsumzyklen will die Industrie stetig neue Produkte verkaufen. Davon lebt der Wirtschaftskreislauf. Bei Fast Fashion Anbietern verschwinden die Sommer-Kollektionen nach acht Wochen wieder aus den Shops. Schliesslich kommt die Vor-Herbst Ware. Früher benutzten die Menschen die Geräte so lange wie sie funktionsfähig waren. Doch heute ersetzen viele Menschen Geräte wie Handy oder Laptop alle 2 Jahre durch ein neueres Modell. Sie geben dafür je nach Produkt bis zu 1’000 Franken aus. Schliesslich kommen jedes Jahr zwei neue iPhone heraus und wer will sich im iPhone-Land Schweiz (70% Marktanteil) schon mit einem alten Modell outen?

Doch dies hat auch viel mit gelebter Nachhaltigkeit zu tun. Nachhaltig leben heisst, sparsam mit den natürlichen Ressourcen umzugehen, sie sind begrenzt. Aus Umweltsicht ist der beste Kauf derjenige, der nicht stattfindet.

Wir meinen: setze bei deinem persönlichen Style, deinen elektronischen Geräten und der Einrichtung deiner Wohnung lieber auf Zeitloses statt auf kurzlebige Trends. Beispielsweise indem du dir eine reduzierte langlebige Basis-Garderobe zulegst Das ist nicht nur entspannter für dich, weil du dich nicht laufend mit dem nächsten angesagten Trends und auseinander setzen musst, sondern auch nachhaltiger weil du Ressourcen schonst. Oft bist du mit weniger gleich zufrieden und sparst ausserdem Geld.


Zusammenfassung mit Black Friday Schnäppchen Geld sparen

Viele meinen, dass sie an Black Friday mit Schnäppchen Geld sparen können. Doch in der Realität sind vermeintliche Super-Deals und Sonderangebote nicht so günstig, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Wenn du dich dann noch zu ungeplanten Spontankäufen hinreissen lässt oder bei der Qualität sparst, wird aus dem tollen Teil schnell ein Teil mehr im Schrank das deine Wohnung verstopft und dein Budget unnötig belastet hat. Besser ist es beim Einkaufen bewusst auf Qualität zu setzen und Sachen nur oder erst dann zu kaufen, wenn du sie wirklich brauchst. Und nicht dann, wenn die Industrie uns mit einer grossangelegten Marketing-Aktion zum Kauf animieren möchte, um ihre Lager zu räumen. So lebst du nicht nur sparsamer, sondern auch entspannter und nachhaltiger. Ich gehe am Black Friday nicht Schnäppchen jagen. Dafür ist mir mein Geld zu schade.

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